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Es werden Posts vom Juni, 2019 angezeigt.

England + Pfalz = Die türkische Schwarz-meerregion

Die Mesut-Özil-Straße in Devre.  Diesen kuriosen Spot sahen wir durch Zufall bei unserer Fahrt mit dem Wohmmobil durch Devre - und das eine Woche nach Özils Hochzeit, auf der das hiesige Staatsoberhaupt als Trauzeuge fungierte. Symbolpolitik hautnah! Devre befindet sich in der türkischen Schwarzmeerregion, die für mich das Konglomerat meiner liebsten Reiseziele darstellt: In den Tälern blühten Mitte Juni die Esskastanien, die hier fast wie in der Pfalz ("Keschte") auch noch "kestane" heißen - ein Erbe der Römer. Auch die dichten Wälder (je nach Höhenlage Laub- oder Nadelwälder) ließen mich im Geiste Wanderungen durch den Pfälzerwald unternehmen. Ich war außerdem süchtig nach dem süßen Duft der Lindenblüten allerorts und stoppte oft für eine kleine Brise davon. Das Hinterland von Çakrazşeyhler Im Unterschied zu den "Pälzern" kommt noch die wunderschöne wilde Küste hinzu, und hier wären wir dann bei meiner zweiten Herzensregion: England. Ich füh

Ein subjektiver Bericht über die aktuelle Stimmung in der Türkei

Oder: Denk ich an die Türkei in der Nacht...  Ausgehen im Istanbuler Szeneviertel  Dieses Bild entstand nachts in einer Bar im Istanbuler Kneipenviertel B eyoğlu.  Beschreibun Es hätte genau so auch in Berlin, Prag oder London aussehen können.  In größeren Städten wie Istanbul, Antalya oder Izmir wie auch an der Mittelmeerküste war von der aktuell angespannten politischen Lage als Außenstehende kaum etwas zu merken. Die Musik war laut, die Kleidung freizügig. Hautzeigen ist natürlich ein ziemlich oberflächlicher Indikator für Modernität, ebenso mein persönlicher Flaggen-Index, also die Frage, ob das Konterfei des laizistischen Staatsgründers Atatürk oder seines aktuellen Nachfolgers an der Wand prangt.  Wahlwerbung für die Oppositionspartei MHP Das allgegenwärtige Konterfei des Staatsoberhauptes  Kamen wir mit Menschen ins Gespräch, wurde oft mit schonungsloser Offenheit über den zunehmenden Konservatismus gesprochen, über Obrigkeiten geschimpft, bis wir u

Edirne - Die europäische Türkei

Wer daran zweifelt, dass die Türkei zum europäischen Kulturraum gehört, der möge nach Edirne an die türkisch - bulgarisch - griechische Grenze reisen. Inmitten des für meinen Geschmack etwas eintönigen und landwirtschaftlich geprägten türkischen Thrakiens lädt die quirlige Stadt zu einem Bummel ein. In Edirne sind alle Sprachen des Dreiländerecks präsent. Wir wurden in Geschäften stets auf Bulgarisch, Griechisch oder Englisch angesprochen, sodass ich die zarte Pflanze meiner Türkischkenntnisse gar nicht pflegen konnte. Zwar wird der große Basar in etlichen Reiseführern angepriesen, wer jedoch nicht auf der Suche nach Konfektionsware, türkischen Süßigkeiten oder Plastikschuhen ist, kann sich den Besuch sparen. Hat man einen Touristenbasar in der Türkei gesehen, kennt man sie alle! Eine Ausnahme stellen die zahlreichen Saz - Händler dar. Mit etwas Glück kann man dort türkische, griechische oder bulgarische Profimusiker beim Antesten des typischen Saiteninstruments lauschen.

Schlaraffenland türkischer Basar

Jedem Türkeireisenden empfehle ich unbedingt den Besuch eines Wochenmarktes (Pazar). Dort erhaltet ihr einen Einblick in das, was am Ende im türkischen Kochtopf landet. Wenn ihr viele Menschen mit Plastiktüten voller Gemüse seht, geht einfach entgegen dem Strom und ihr landet ziemlich sicher auf einem Pazar. Das Gemüse und Obst ist meist frisch, von hervorragender Qualität, regional und unschlagbar günstig. Manchmal meinen es die Marktleute mit der Menge besonders gut, da hilft nur beherztes Eingreifen. Bei uns kam sogar schon mal das Ordnungsamt herbeigelaufen, um eine Verkäuferin zu stoppen, die uns trotz deutlichen Protests Tonnen eines uns unbekannten Salates  in die Tüte packen wollte. Die Verkäufer wollen euch nicht unbedingt übers Ohr hauen, sondern sind Einkaufsmengen für Großfamilien gewohnt. Die deutschen Kleinsteinkäufe entsprechen nicht der Norm. Wenn auf dem Pazar ausschließlich Gewürze und Lokum (Süßigkeiten) zu kaufen sind, handelt es sich ziemlich

Vejetaryen? Fleischlos durch die Türkei

Nach zweimonatiger fleischlastiger Tour durch den Balkan ewartete ich in der Türkei ebenfalls vegetarische Wüste. Bei meinem letzten Besuch 2014 waren fleischlose Alternativen noch selten.  Und so begann ich auch diesmal, meine Weltanschauung und Nahrungspräferenz umständlich zu umschreiben: "Etsiz" (ohne Fleisch) oder "sucuk yok" (keine Wurst).  Entgegen meiner Erwartungen erwiderten  die Kellner oft: "Vejetaryen?" und ich musste mit einem schuldbewussten "evet" antworten, da ich mein Gegenüber für einen kulinarischen Tiefflieger gehalten hatte.  Wie oben zu sehen ist, genieße ich hier die ein oder andere Pide.* Ähnlich im Geschmack sind die hiesigen Gözleme, vergleichbar mit Flammkuchen und gefüllt mit Käse und Spinat oder Petersilie.  Außerdem empfehle ich das typische türkische Frühstück (Kahvaltı) mit leckerer Käseauswahl, Tomaten, Gurken, Oliven, Petersilie und verschiedenen Marmeladen oder anderen (sehr) sü