Direkt zum Hauptbereich

Mit dem Fahrrad auf dem Caminho Português 1 - Start in Lissabon

"Ich bin dann mal weg" würde ganz gut passen. Denn Hape Kerkeling war nicht ganz unschuldig daran, dass ich mich relativ spontan auf den Portugiesischen Jakobsweg - den Caminho Português - traute.

Aufbruch zur letzten großen Reise 

Eine Radreise wie in Irland wollte ich unbedingt wiederholen und der Jakobsweg hatte mir schon länger unter den Nägeln gebrannt.

Mein Mountainbike am Start des Portugiesischen Jakobsweges. 

Ex-Pilger und Einheimische hatten mir die portugiesische Variante empfohlen. Und so begann mein letzter Reise-Luxus vor der Rückkehr in die Normalität.

Flanieren durch Lissabon

Etwa 640 Kilometer weit waren es von Lissabon aus nach Santiago de Compostela. Ich hatte die verlängerte Route des Weges gewählt, den man auch erst in Porto starten kann.

Lissabons Atmosphäre war locker, die Architektur reizvoll. Zahlreiche Aussichtspunkte boten atemberaubende Blicke auf die Stadt und den Fluss Tejo. Gerne sonnten sich dort hippe Städter und entspannten bei selbst mitgebrachtem Wein und Loungemusik aus den Lautsprechern.

Praça do Comércio in Lissabon. 

Ausblick auf Lissabon. 

Ich aß zahlreiche in Salz gebackene Esskastanien und schlemmte in den tollen Konditoreien.


In Salz geröstete Esskastanien (oben) und Zitronentörtchen (unten). 


Bitte noch den Heiligen Jakob fotografieren! 

Für den Weg brauchte ich einen Pilgerpass, die Credencial, zum Nachweis in Herbergen und für eine Urkunde in Santiago.

Die Kathedrale von Lissabon. 

In der Basílica de Nossa Senhora dos Mártires wurde ich fündig. Eine Messnerin, die gerade den Altar abstaubte, erbarmte sich meiner und schloss am Heiligen Sonntag extra für mich das Pfarrbüro auf. Recht umständlich musste sie mit ihrer Lesebrille die Angaben aus meinem Ausweis in den Pass übertragen. "I don't like paper work," säufzte sie.

Zum Abschluss suchte sie noch vergebens nach einem Heiligenbild des Apostels, das sie mir zum Schutz mit auf den Weg geben wollte. Ersatzweise führte sie mich zu einer Statue von Jakob, von der ich dann ein Foto machen sollte.

Eine sehr rührende Begegnung!



Apostel Jakob, der Namensgeber des Weges. 

Wie ich mich auf meinem gebraucht gekauften Mountainbike durch das hügelige Hinterland Portugals schlich, wird in diesem Beitrag beschrieben...




Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Cycling the Caminho Português 3 - From Coimbra to Santiago de Compostela

After the start in Lisboa and the first stretch to Coimbra (read here and here in German) I had to push hard at times when I cycled the Portuguese Way of Saint James to Santiago de Compostela - the Caminho Português. But it was worth it! I guess every pilgrim has one version of this picture: Pilgrim in front of the Cathedral in Santiago de Compostela.  Iberian countryside What I loved most about the Caminho Português: It gives you an impression of real rural life on the Iberian peninsula. There were many great views, but not all  of the stretches were super stunning and instagramable. I passed little villages that were completely empty except for a few elderly inhabitants. Church and Mother Mary on the Caminho Português.  I also saw industry. And I saw endless eucalyptus forests that were surely not planted for biodiversity but for quick profit. Industrial area on the Caminho Português.  I guess, I just saw the real life. These crosses could be se

Von Lissabon nach Coimbra - Mit dem Fahrrad auf dem Caminho Português 2

Die erste Etappe des Portugiesischen Jakobswegs (Caminho Português) bot alles: Mittelalter und Moderne, Naturlandschaft und Industrie, Schönheit und Hässlichkeit. Hier hätte ich auch gerne studiert: Universität Coimbra.  Wie sich  die Welt verändert Weniger schön waren die ersten drei Tage. Nach meinem Start in Lissabon ( hier ) fuhr ich streckenweise durch Industriegebiete, vorbei an Fabrikhallen, Kraftwerken und intensiver Landschaft. So hatte der Weg im Mittelalter bestimmt nicht ausgesehen! Zum Glück konnte ich mit dem Rad schnell daran vorbei fahren. Feld und Industrie bei Lissabon.  Für Fußpilger kein Problem, für Radpilger nervig: Viele Bahnhöfe mit meist defekten Aufzügen mussten überquert werden. Anstrengend, wenn man hier ein Rad mit Satteltaschen runterschleppen muss. Die wundersame Rettung Geschwächt von meiner Lahnsteiner Erkältung  radelte ich eher unsportlich. Erst als mich ein Läufer gleich dreimal überholte, trat ich etwas beherzter in die P

Ferry tales - Crossing the Black Sea on a cargo boat

Ferry facing Tschornomorsk in Ucraine.  There is real beauty in ferry rides: Sunrises over the ocean are stunning. And looking across the wide waters can be both impressive and relaxing. But ferry rides also offer a great deal of social awkwardness. I do love awkwardness, so of course, I do also love ferry rides. Getting to and fro in Istanbul by ferry.  "Sleepzone" on the Dublin ferry.  Absurd moments between two worlds  There is the moment when you enter the ferry from Calais to Dover for the first time in your life. You sort of look down on these rude people who dare to use the seatings in the restaurant as a kind of camping area. Everyone is lying down for a good night's sleep on the benches that - you believe - were made for sitting on a table whilst consuming food. Looking out of the window on my way to Patras.  And there is the moment when you get on the Holyhead to Dublin ferry at 3 o'clock in the night and you do the exact same